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18th FAI European Paragliding Championships

Der Vize-Europameister heisst Roger Aeschbacher

Daniel Graf, 19. August 2026
Was für ein Task! Das Schweizer Team hat hervorragende Arbeit geleistet. Wussten wir doch, dass wir die beiden Spanier und den Italiener in Schach halten mussten. Das heisst, ihnen verunmöglichen viele Leadingpunkte zu holen, nur so konnte der zweite Platz von Roger gesichert werden. Logischerweise musste auch Roger wieder vorne mitmischen und sich nicht abhängen lassen oder gar vor dem Goal abstehen. Den ersten Part der Übung Silber übernahm Steph, er pushte vom Start weg um die Konkurrenz davon abzuhalten, das gleiche zu tun. Steph büsste das mit einem frühen Aus. Doch so konnte er vom Boden aus hilfreiche Infos geben. Den zweiten Part übernahm Tim, auch er führte und verunmöglichte der Konkurrenz punktemässig aufzuholen. Dann war der Sack zu, Roger und die Konkurrenten gingen zusammen in den Endanflug. Keine Chance für andere, Roger die Silbermedaille streitig zu machen. Roger und Tim punkteten noch für die Nationenwertung, Noé und Jérôme strandeten kurz vor dem Goal und Sarah erreichte mit einigem Rückstand das Goal. Ich kann mit Stolz sagen, das EM Team 2026 ist ein Team! Die Stimmung war stets gut und professionell. Besonders hervorheben möchte ich die Bereitschaft, für andere zu arbeiten. Roger, Steph, Tim und Noé übernahmen die Spitze und halfen sich gegenseitig. Jérôme und Sarah bildeten ab dem dritten Task ein Team, mit dem Ziel, Sarah nach vorne zu bringen. Einen besonderen Dank möchte ich Tim aussprechen. Als "die Stimme von hinten" erwies er sich als extrem grosse Hilfe. Er hatte stets den Überblick über das Geschehen und konnte so die wertvollsten Infos für alle Teammitglieder liefern. Grosses Kino, danke Tim! Das Ziel von zwei Medaillen haben wir verfehlt, doch ist die Silberne von Roger für mich Gold wert, zeigt sie doch, dass die Schweiz auf dem richtigen Weg ist. Ebenso geht ein grosser Dank an die Organisatoren. Das Team um Goran hat perfekt zusammengearbeitet. Wetterbericht, Scoring, Jury, Helfer, alles sehr, sehr gut! So macht ein Wettbewerb richtig Freude. Zu letzt möchte ich mich bei meinen Teamleader-Kollegen und allen Athletinnen und Athleten bedanken. Was zu diskutieren war, wurde ernst diskutiert, aber mit Respekt und Fairness. Die Stimmung am Start- wie am Landeplatz war stehts wertschätzend, ob unter Teamleadern, oder Athleinnen und Athlethen. Ja, man ist Konkurrent oder Konkurrentin, ja, jeder Teamleader schaut für sein Team, aber die EM 2026 hat gezeigt, dass dies auch ohne Abwertung und Gehässigkeiten geht. Danke für die tolle Zeit und ich wünsche den Junioren an der WM, die gleich anschliessend stattfindet, viel Erfolg und den gleichen Spirit. Sportliche Grüsse, Dani Graf
18th FAI European Paragliding Championships

Task 8, ein ganz spezieller Schweizer Tag

Daniel Graf, 18. August 2026
Heute waren etwas mehr als 75 Kilometer für die Pilotinnen und Piloten zu meistern. Es ging Zick Zack durchs Flachland, also gleich zwei Faktoren die den Schweizern nicht so zusagen, Flachland und kurzer Task. Gleich nach dem Start war das Team, bis auf Jérôme im Spitzenpulk vertreten. Er hatte eine andere Idee, die leider nicht sehr erfolgreich war. Das Feld zog sich schnell auseinander, war doch das Steigen im Flachen schwer zu finden und die einten fanden starkes, die anderen nur schwaches steigen. Aber genau so ging es bei schlechhter Linienwahl wieder runter. So verloren sich die Schweizer etwas aus den Augen, Noé, Roger und Tim im Spitzenpulk, Steph und Sahrah irgendwo dahinter. Bei der zweitletzten Boje bliesen die starken Spanier zum Angriff und flogen zum Teil tief der optimierten Linie nach. Dies teilte ich per Funk dem Team mit, was ich im Nachhinein vielleicht besser gelassen hätte. Roger pushte den Spaniern nach, diese verliessen die Ideale Linie um das rettende Steigen zu finden, Roger hinterher. Was ihm verborgen blieb, war das der Rest des Spitzenpulks weiter auf der idealen Linie verblieb und dort auch noch steigen fand. Ein Fehler den er bis ins Ziel nicht wieder gut machen konnte. Schade, doch das ist der erste "Streicher" den Roger einfährt, somit ist sein zweiter Platz noch nicht in Gefahr. Viel besser machte es Noé, er pushte genau im richtigen Moment und überraschte damit so ziemlich alle, durch die Führung zusammen mit Roger hatte er bereits reichlich Leadingpoints gesammelt. Der Endanflug perfekt ausgeführt. 1. Tagessieg für Noé an einer EM und für das Schweizer Team, grandios!! Man kann und muss den Hut ziehen vor dieser Leistung in diesem superstarken Feld. Herzliche Gratulation Noé, du bist verdient der Held des Tages! Ausser Jérôme erreichten alle Schweizer das Goal, also sind über die Ziellinie geflogen. Steph liess es sich nicht nehmen, nach der Goallinie aufzudrehen und den Heimweg nach Krushevo fliegend zurück zu legen. Nach dem verkorksten Tag sicher die beste Medizin, ein entspannter Flug. Das Beste, wir kamen gleichzeitig in Krushevo an, das ist Timing.
Swiss Cup Final (flex) 2026

64.5 km Jura und Flachland

Jörg Ewald, 15. August 2026
Deutsch(Français en bas) Die Zweifel waren gross heute Morgen - die Fahne am Weissenstein zeigte stramm ins Mittelland raus als wir oben ankamen. Und bewölkt war es auch. Wir hielten am ursprünglichen Plan fest und schrieben einen Task aus mit Rennstart bei der Hasenmatte, und dann Ziel in Wohlen, Kanton Aargau. Es führen viele Wege dorthin, und die Optionen wollten wir den Piloten offenlassen. Westlich von uns zeigte sich ein schönes blaues Fenster, aber das blieb genau dann stecken als wir eigentlich in die Luft wollten. Und da ein Pilot die Geduld verlor und mit seinem Start (und Landung kurz darauf) den Lauf aktivierte, konnten wir ihn auch nicht mehr ändern. Also mussten die übrigen Piloten wohl oder übel in die Abschattung starten, die meisten schafften es aber, sich zu halten. Der Rennstart wurde von den meisten deutlich unter Startplatzhöhe genommen, für eine Weile sah es wirklich nicht gut aus. Dann aber verzogen sich die Wolken immer mehr, und so ab Stierenberg konnte das Feld immer am hinteren Rand der Abschattungen aufdrehen und weiterfliegen. Nun ware die grosse Frage "wann ins Flache raus?". Die ersten Versuche schlugen fehl, die Piloten mussten landen. Aber nach Olten klappte es dann, und immer mehr Schirme waren nicht mehr über dem Jura, sondern im Mittelland unterwegs. Der heutige Sieger Bruno Liard verfolgte eine sehr clevere Taktik: An der Krete bleiben bis der Nordwest-Wind genau ins Ziel zeigt, dann mit dem Wind ins Flache raus und darauf vertrauen, dass es irgendwo schon hochgeht. Mit der Taktik verlor er auch keine Zeit wenn er in schwächeren Thermiken drehte, weil ihn der Versatz stetig Richtung Ziel schob. So überholte er alle vor ihm liegenden Piloten und erreichte das Ziel 2.5 Minuten vor Steve Cox. Die Thermik wurde zwischen 15:30 und 16:00 im Zielbereich auch immer besser, was einige dazu bewog, nach Hause zu fliegen statt in Wohlen zu landen. Zumindest Teufenthal und das Zürcher Oberland wurden erreicht. Für andere war der Tag, an dem sie das erste Mal von Wohlen AG hörten auch der Tag, an dem sie dort landeten. Tagessieger Junior: Thierry Stoll Sports Class: Andi Birenstihl Damen: Martina Hauri Overall: Bruno Liard Sonntag Während die Prognosen am Nachmittag noch darauf hindeuteten, dass wir das gleiche Spiel am Sonntag wiederholen können, zeigte sich am Abend dass die Aufhellungen zuwenig, die Luft zu stabil und der Wind zu stark und aus der falschen Richtung (NW) sein wird. Darum wurde der Sonntag abgesagt. Français Les doutes étaient grands ce matin : le drapeau du Weissenstein pointait droit vers le Mittelland lorsque nous sommes arrivés au sommet. Et le ciel était nuageux, de surcroît. Nous nous en sommes tenus à notre plan initial et avons défini une épreuve avec un départ à la Hasenmatte, puis une arrivée à Wohlen, dans le canton d’Argovie. De nombreux chemins mènent à cette destination, et nous voulions laisser le choix aux pilotes. À l'ouest, une belle fenêtre bleue s'est ouverte, mais elle s'est refermée juste au moment où nous devions décoller. Et comme un pilote a perdu patience et a déclenché la course par son décollage (et son atterrissage peu après), nous n'avons plus pu modifier le parcours. Les autres pilotes ont donc dû, bon gré mal gré, décoller dans la zone d'ombre, mais la plupart ont réussi à tenir le cap. La plupart des pilotes ont pris le départ bien en dessous de l’altitude du site de décollage ; pendant un moment, la situation semblait vraiment compromise. Mais les nuages se sont ensuite de plus en plus dissipés, et à partir de Stierenberg, le peloton a pu remonter en altitude à la lisière arrière des zones d’ombre et poursuivre son vol. La grande question était alors : « Quand sortir dans les plaines ? ». Les premières tentatives ont échoué, les pilotes ont dû atterrir. Mais après Olten, cela a fini par fonctionner, et de plus en plus de parapentes ne se trouvaient plus au-dessus du Jura, mais volaient désormais au-dessus du Mittelland. Le vainqueur du jour, Bruno Liard, a suivi une tactique très astucieuse : rester sur la crête jusqu’à ce que le vent du nord-ouest souffle exactement en direction de l’arrivée, puis sortir vers la plaine avec le vent et compter sur le fait qu’il y aurait bien un endroit où remonter en altitude. Grâce à cette tactique, il ne perdait pas non plus de temps lorsqu'il tournait dans des thermiques plus faibles, car le décalage le poussait constamment vers la ligne d'arrivée. Il a ainsi dépassé tous les pilotes qui le précédaient et a franchi la ligne d'arrivée 2,5 minutes avant Steve Cox. Entre 15 h 30 et 16 h, les thermiques se sont également améliorés dans la zone d’arrivée, ce qui a incité certains à rentrer chez eux plutôt que d’atterrir à Wohlen. Certains ont au moins atteint Teufenthal et l’Oberland zurichois. Pour d’autres, le jour où ils ont entendu parler pour la première fois de Wohlen (AG) a également été celui où ils y ont atterri. Vainqueurs du jour Junior : Thierry Stoll Classe Sport : Andi Birenstihl Femmes : Martina Hauri Classement général : Bruno Liard Dimanche Alors que les prévisions de l'après-midi laissaient encore entrevoir la possibilité de réitérer la même performance dimanche, il est apparu dans la soirée que les éclaircies seraient insuffisantes, que l'air serait trop stable et que le vent serait trop fort et viendrait de la mauvaise direction (NO). C'est pourquoi la journée de dimanche a été annulée.
18th FAI European Paragliding Championships

Task 5, geht doch

Daniel Graf, 15. August 2026
Task 5 ist bisher der längste Task der ausgeschrieben wurde. 104 Kilometer erst im Norden mit einem schwierigen Gegenwind-Schenkel. Dann mit dem Wind weit in den Süden, fast an die griechische Grenze. Das Teasksetting gab nicht vie Spielraum für taktische Entscheidungen und doch wurden verschiedene Linien ausprobiert. Am Start positionierte sich Jérôme am kürzest möglichen Weg zum ersten Wendepunkt, das grosse Feld wartete in einer Position, in der sie etwas weiter fliegen müssen, jedoch mit Rückenwind. Bereits wenige Minuten war klar, die grosse Gruppe hatte wieder einmal richtig entschieden. Am ersten Wendepunkt waren alle wieder zusammen, doch Jéerôme und seine Mitstreiter waren erheblich tiefer. Der Task war noch lang und es konnte noch viel passieren, also weiter gehts. Nun gings 25 Kilometer gegen einen 20 km/h schnellen Gegenwind. Geduld war gefragt, das hatten nicht alle und standen bereits am Boden. Doch alle sechs Schweizer erreichten die nördliche Boje. Nun ist es ja ein Kinderspiel, 55 Kilometer mit dem Wind, leider nein. Schwache Thermik, zyklisch und die Linie musste genau stimmen. Jérôme war das erste Opfer, zu tief gekommen, nicht mehr im Spiel, kurz danach war auch bei Sarah der Boden zu nah und sie musste den Flug beenden. Noé kämpfte auf einer westlichen Route in den Hügeln um jeden Meter, aber auch er erfolglos. Vorne ging die Schweizer Post ab, Steph und Roger gaben den Takt an, Tim konnte hinter den Beiden mitgehen, bei dem Niveau eine grosse Leistung. Dann die Entscheidung, wann und mit welcher Höhe geht es in den Endanflug? Wie schon den ganzen Task übernahm Steph die Verantwortung, raus aus der Thermik, vollgas mit dem Wind gleiten. Doch gleich nach der letzten Thermik kam eine riesige Zone in der es mächtig runter ging. Steph musste an seinem Plan festhalten und auf ein Steigen hoffen, das kam leider nicht. So stand Steph ca. 400 Meter vor der End of Speed Zone. Die hinterherfliegenden, inklusive Roger konnten davon profitieren und nahmen noch ein paar Meter mehr mit. So erreichte Roger als Dritter das Ziel, Tim als 28. Top Leistung! Roger ist somit wieder auf Podestkurs, die Nation hat Plätze gut gemacht und Sarah liegt in Lauerstellung. Morgen gehts weiter, mega spannend.