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Kaespi und Maja am Freitag in Monaco?

Wir waren noch bis nach drei Uhr morgens auf der Loitsch, dank einem Gewitter mussten wir dann zwei Stunden pausieren. Um halb sechs ging es im gleichen Takt weiter. Übrigens habe ich mich in der Nacht mit Kaspi solidarisiert, bin einige Kilometer vorgefahren, habe meine Joggingschuhe gesattelt und bin ihm entgegen gerannt. Zusammen sind wir dann bis zum Bus gelaufen. Das war morgens um 1 Uhr 30!

Zusammen mit einem Kamera-Team von N-TV erklomm Kaspar gegen 11 Uhr besagten Morgenstartplatz. Eigentlich hätten wir gar nicht hoch laufen brauchen, denn wir sassen im stockdichten Nebel. Aber eben, nachher ist man immer schlauer! Bloss nimmt so ein “kleiner\" Umweg von 10 km und 800 Höhenmetern ganz andere Dimensionen an, wenn man ein X-Älpler am Tag elf im Rennen ist. Dementsprechend gereizt war unsere Stimmung denn auch da oben - ich erspare Euch jetzt all die Kraftausdrücke, die unser sonst so lammfrommer Kaspar in den Nebel spuckte! Da unser Wettkampfreglement das Fliegen ausdrücklich erlaubt, machte Kaspar schliesslich von diesem Recht Gebrauch und mogelte sich husch durch ein Nebelloch. Hinunterlaufen ist wirklich nicht sein Ding. Die Luft war so feucht, dass nicht ein Hauch von Thermik zu finden war, also reines Abgleiten. Ja, und den Rest des Tages verbrachte er dann einmal mehr mit meinem MP3-Player auf italienischen Hauptstrassen. Die schwindenden Kilometer Richtung Monaco liessen bei ihm wieder tüchtig Freude aufkommen, und er marschierte von 15 bis 20 Uhr 30. Wir sind jetzt ca. 15 km vom Colle di Tenda entfernt, ein Pass nordöstlich von Monaco, von wo er morgen seeeeehr weit fliegen könnte. So weit muss er ja gar nicht mehr, es sind nur noch 53 km Luftlinie!

Langsam wird es mir komisch ums Herz. Jetzt, wo wir eine sehr effiziente Tagesroutine entwickelt haben, am Morgen jeweils alle Vorbereitungen automatisch und ohne Worte ablaufen - jetzt soll das Ganze bald ein Ende haben?! Ich liebe das Gefühl der Unabhängigkeit mit unserem improvisierten Bus, das werde ich schwer vermissen. So anstrengend das Abenteuer auch ist, so beflügelt es uns gerade deshalb zu ausserordentlichen Leistungen. Falls Kaspar morgen nicht den Turbo zündet, darf ich ja vielleicht noch ein Mal um fünf Uhr aufstehen, nicht wissend, wo wir am Abend sein werden, im Freien kochen, den Bus aufräumen, Handwäsche machen, mit dem Laptop auf den Knien im Bus Berichte schreiben, gratis telefonieren, nach dem Gradient feldstechern, mich in einem Bergsee waschen, Isostar literweise vorbereiten, mit der RedBull-Kamera filmen...Schnüff. Aber es ist noch nicht aller Tage Abend.

24 July 2003, Kaspar Henny

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